Mittwoch, 1. April 2015

FAUST - Teil 2 - Kopfform

Genaue Informationen zum Stück und natürlich den Spielplan, wann denn die Puppen zum Einsatz kommen sollen, findet man im übrigen HIER!

FAUST (MARGARETE)

Oper von Charles Gounod . Dichtung von Jules Barbier und Michel Carré nach Johann Wolfgang Goethes "Faust I"

GROSSES HAUS

PREMIERE 09.05.2015
MUSIKTHEATER

Musikalische Leitung Clemens Schuldt
Regie Urs Häberli
Kostüme Ursula Beutler

Goethes Faust I als große Oper? Kann man all die in dem Werk des großen deutschen Dichters enthaltenen philosophischen Gedanken mit den Mitteln des Musikdramas überhaupt angemessen darstellen? Das mag sich das Publikum anlässlich der Uraufführung von Charles Gounods Opernversion 1859 am Pariser Théâtre Lyrique möglicherweise gefragt haben. Doch der französische Komponist stellte, gemeinsam mit seinen versierten Textdichtern Jules Barbier und Michel Carré, einen anderen Aspekt des Dramas in den Mittelpunkt seines Werks: die sogenannte „Gretchen“-Tragödie. Aus diesem Grund – und auch, um eine Verwechslung mit Goethes Drama zu vermeiden – kennt man die Oper im deutschsprachigen Raum auch unter dem Titel Margarete.
Mit großem Gespür für Theatralik schildert Gounod das verzweifelte und ergebnislose Ringen Fausts nach Erkenntnis, das ihn in den Pakt mit dem Teufel treibt, sowie seine Verwandlung in einen jungen Mann und seine gierige Sucht nach Liebe. Angetrieben durch den dämonischen Mephistopheles stürzt er die von ihm begehrte Margarete ins Unglück und trägt letztendlich die Schuld an ihrem Tod.
Nach anfänglich zurückhaltenden Reaktionen entwickelte sich die Oper – dank Gounods geschickter Szenenführung, seines untrüglichen Sinns für alles Lyrische und Tänzerische, seines melodischen Einfallsreichtums und seiner vollendeten  Instrumentationskunst – bald zu einem Welterfolg.

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

MARGARETE: 
GOTT, ES IST,
ALS OB EINE
SCHWERE HAND MICH DRÜCKET!

So, also weiter geht's - die Hände sind fertig, aber viel Arbeit steht noch bevor - und die Zeit rennt ;-)
"Die Kunst ist lang! // Und kurz ist unser Leben." - Vers 558 f. / Wagner


Weiter ging es mit den Köpfen. Eine unserer ersten Ideen war es, ein Papercraft-Modell eines Totenschädels einfach in groß nachzubauen.

Wir verwarfen die Idee jedoch wieder und widmeten uns einem anderen Material: BRUSAN FORMTEX
Ein großartiges Material um Felsen, Steine, Höhlenlandschaften, Felswände usw. darzustellen. Es besteht auf der einen Seite aus Stoff und auf der anderen aus einer Aluschicht oder ähnlichem, lässt sich großartig formen und ist ziemlich leicht. Tja... und darin lag auch schon der Hund vergraben... ich hatte von Anfang an die Befürchtung, dass man das Material eventuell zu leicht eindrücken könnte...

"Allwissend bin ich nicht; doch viel ist mir bewusst." - Vers 1582 / Mephistopheles
Aber sicher war ich mir nicht und man könnte dem ganzen doch auch noch Stabilität verleihen, indem man es innen mit Bauschaum ausschäumt. Also formten wir mal eine Kopfform.... zumindest.... versuchten wir es. Und darf ich vorstellen? Heraus kam unser kleiner Kartoffelkäfer! Als Kopf gänzlich ungeeignet *lacht* - aber was soll's!






Wir hatten doch eh schon eine gute Idee! Also das Papercraft-Modell wieder ausgegraben, und im Copyshop vergrößern lassen.




Anschließend wurden die Vorlagen ausgeschnitten und in großartiger Puzzle-Arbeit so auf die Schaumstoff-Matten gelegt, dass sich genau ein Kopf pro Matte ausging (ich muss zugeben, ich war richtig stolz darauf ^_^). Dann wurde das ganze ausgeschnitten und wie am kleinen Papercraft-Modell mit Pattex verklebt.


Und als der Kopf fertig war, musste natürlich auch gleich wieder ausprobiert werden, wie er sich denn am besten führen lassen würde... in diesem Sinne erneut:

"Besonders lernt die Weiber führen; // Es ist ihr ewig Weh und Ach // So tausendfach // Aus e i n e m Punkte zu kurieren." - Vers 2024 ff. / Mephistopheles




 Die Grundform war endlich geboren - nun fehlte dem ganzen noch die passende Struktur und natürlich Zähne! Das ganze soll aussehen wie ein richtiger Schädel. Später dann kommt noch die "schöne Haut" über das Skelett modelliert, die sich dann während der Aufführung, im Laufe der Szene lösen soll und eben den Schädel preisgeben soll.

Bauschaum aus dem Baumarkt wurde einfach über den ganzen Schädel verteilt, um dem ganzen die richtige Struktur zu geben. Die Nase wurde noch aus Schaumstoff aufgesetzt und an manchen stellen wurde etwas mehr Bauschaum geschäumt, um die Totenkopf-Form besser heraus zu arbeiten.
Die Zähne wurden übrigens aus dem gleichen Material rausgeschnitten, wie auch schon die Fingernägel.


Hier sieht man schön den Größenunterschied im Vergleich zum kleinen Schädel-Modell
Und natürlich die proportional gut dazu passenden Hände
Hier das Männermodell (schwarzer Unterkopf)

"Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten." - Vers 1 - Zueignung
Tja, bald gilt es, dem ganzen einen stabilen Unterbau zu verpassen. Je ein Statist wird eine Hand/Arm führen. Und eine Person bekommt die ganze Puppe umgeschnallt und darf den Kopf führen. Damit das ganze nicht zu sehr durch die Gegend schwankt, und der Puppenspieler wohl nicht in den Orchestergraben taumelt, sollte das ganze wohl doch noch einiges an Stabilität gewinnen. 
Um eine Vorstellung der Größe zu bekommen, hier ein Foto. Nach derzeitigem Stand werden die Puppen wohl eine Höhe von 4 - 4,5m erreichen...




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