Posts mit dem Label Basteln werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Basteln werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 18. Mai 2015

FAUST - Vollendung!

Wuhuuu - gestern war es endlich soweit! Der Weg führte uns (meine Mama und mich) endlich nach Tirol!





Genauer gesagt - ins Landestheater Innsbruck, ...


...um uns endlich die Vorstellung von Faust anzusehen, und unsere Puppen endlich LIVE zu sehen - mit Kostümen, mit Ton, mit Licht, mit Darstellern und allen drum und ran!


 Vorher wurde noch einwenig rumgealbert....





...aber die Vorfreude war groß!

Leider darf man ja während dem Stück nicht mitfilmen/fotografieren - auch wenn ich immer wieder kurz davor war, mein Handy zu zücken.


Aber ich muss sagen - es war einfach großartig! 

Alles! WOW! Die Puppen endlich auf der Bühne zu sehen, wie ihnen auf großartigste Weise Leben eingehaucht wird - sensationell. Und vor allem eine wirklich großartige Szene *mit_Herzen_um_mich_werf* ....Die Puppen endlich mit Kostümen zu sehen... und Margarete sah auch von hinten hinreißend aus - mit ihrem weißen Kleid und den langen Haaren. Ich hab gegrinst wie ein Honigkuchenpferd. Soooo sooo schön. Der Kuss der Liebenden... das ewige hin und her ... wie sich die beiden berühren... und als dann endlich Margaretes Maske fällt und die Totenköpfe zum Vorschein kommen... wirklich gelungen gespielt. Dann natürlich auch die Musik und das Licht dazu....herrlich! Und ich muss zugeben... ich war schon einwenig stolz ^_^ :-)))))

(da schielt Margarete leider einwenig ;-))




Ich glaub, ich muss mir die Vorstellung noch einmal anschauen gehen....

Also - alle die im Raum Innsbruck unterwegs sind: Anschauen lohnt sich definitiv!!!
Und zum Schluss noch ein paar Kritiken, was man denn so über unsere Puppen findet....




Aber ganz zum Schluss die - für mich - schönste Kritik von allen, HIER im Ganzen nachzulesen.


Das die Puppen als "Tim-Burton-nahe" bezeichnet werden, obwohl das eigentlich gar nicht unsere Absicht war, find ich schon seeeeehr genial :-)




FAUST - Teil 5 - Wir machen ein Baby!

Und ein letztes Mal wurde noch spontan dahin gewerkelt: "Lass uns ein Baby machen!" ;-)

Die liebe Margarete benötigte noch ein Kind, welches im Stück ja all zu Früh das Zeitliche segnet. Aufgabe für uns war es nun, nur einen Baby-Kopf zu kreieren (vorzugsweise aus Schaumstoff, da das Baby öfter auf den Boden geworfen wird fällt ;-))

Also wurde aus dem restlichen Ton, den wir noch über hatten ein Baby-Kopf modelliert, den wir anschließend wieder abformten. Diesmal nach der Methode, wie wir anfangs eigentlich auch die großen Masken vor hatten: Positiv Modellieren, abformen, ausgießen!



 Und tada - es dauerte nicht lange und wir hatten unser negativ und schließlich auch unser Schaumstoff-Baby. Dieses wurde noch mit Acryl-Farben bemalt und wurde schlussendlich auf ein großes Knäuel geklebt.

Die stolze "Mama"

 Und schließlich hatte sich auch das Kleine eine Rauchpause verdient ;-)






Mittwoch, 15. April 2015

FAUST - Teil 4 - Konstrukt und Endspurt

"Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten." - Vers 1 - Zueignung

Nun galt es dem ganzen ein Konstrukt zu verpassen, damit die Puppenspieler den Figuren Leben einhauchen können. Das Gerüst musste leicht sein, stabil und vor allem gut zu tragen. Somit entschieden wir uns nach langen Überlegungen, Tüfteln, Skizzen usw. dafür, eine Rückenkraxe als Unterbau zu verwenden. Darauf wurde dann das weitere Gerüst aufgebaut.

Von der Rückentrage führen drei Stangen nach oben - je eine für die spätere Befestigung der Arme und Schultern, und eine in der Mitte für den Kopf. Die mittlere Stange wurde mit Schellen festmontiert.

Bevor wir alles richtig montierten musste natürlich ausprobiert werden, ob die Puppen gut zu führen sind und alles so funktioniert, wie wir uns das vorstellten. 

Zu diesem Zweck kam ein Freund vorbei, um sich die Puppen kurz umschnallen zu lassen, damit wir unser Konstrukt auch von außen betrachten konnten.

Außerdem wurde die Führung der Arme ausprobiert.

"Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, // Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?" - Vers 2605 f. / Faust





"Bedenkt, Ihr habet weiches Holz zu spalten." - Vers 111 / Direktor
Die Schulter-Stangen wurden oben mit einem stabilen Holz verbunden und mit den Armen schließlich aufwendig und gründlich verschraubt.

Zuvor wurden die Stangen aber noch ein Kleinwenig gekürzt, damit der Schwerpunkt der Puppen besser liegt.





Endspurt hieß es nun. Der letzte Tag war angerollt... am Nachmittag sollten sich die Puppen auf den Weg nach Innsbruck machen...

Obwohl die letzten Tage - was red ich - sogar die letzte Woche - jeden Tag durchgebastelt wurde, verlangte uns der letzte Tag noch ziemlich viel ab.

Es war ein ständiges auf und ab der Gefühle – mal riesige Vorfreude, dann wieder ein Emotionsloch, verursacht durch Stress und Zeitdruck und die Angst, nicht fertig zu werden. Außerdem sitzt einem dann auch dieser böse Perfektionismus im Nacken, der natürlich nach Perfektion strebt....

Apropos Nacken - der stand als nächster auf dem Plan. Genauer gesagt der Hals. Aus dehnbarem, hautfarbenem Stoff nähte S. einen Schlauch, der anschließend passgenau an die jeweilige Puppe geklebt wurde. 
Der Halsumfang an der Oberseite betrug übrigens beachtliche 165 cm!
Weiter ging es mit den Schultern bzw. dem Torso. Es wurde die passende Größe von dem Stangengerüst abgenommen und auf eine Schaumstoffmatte übertragen. Diese wurde dann mit Sprühkleber mit hautfarbenen Stoff überzogen und anschließend an die Puppen angepasst und montiert. 
Margarethe bekam einen etwas längeren Torso mit mehr weiblichen Rundungen.

Die Gewänder bekommen die Puppen später vom Landestheater direkt, damit sie besser zur Kleidung der Schauspieler passen. Ich bin schon sehr gespannt, wie sie aussehen werden!

Dann wurde der Hals am Kopf und am Torso befestigt und die Beweglichkeit des Kopfes nochmal ausprobiert. 






So! Die Puppen sind soweit mal bereit, nur Margarethe's Haare fehlen noch! Endlich Haare kleben :-)

Nur leider sagte uns die Uhr gar nichts gutes und Stefan und die Puppen hätten sich eigentlich schon auf den Weg nach Innsbruck machen müssen. :-( Meine Enttäuschung stand mir wohl mehr als nur ins Gesicht geschrieben.... (was mir sehr leid tut...aber ich fürchte nach dem ganzen Stress sind einfach meine Emotionen mit mir durchgegangen... *Kreise_ mit_ Fuß_ zieht*)... 
ABER: S. hat wiedermal wahnsinnig schnell reagiert, griff gleich mal zum Hörer und verschaffte uns dankenswerter Weise noch einwenig Zeit :-) :-) :-) Ich muss sagen, ich hab mich wirklich sehr gefreut :-) Also ging es schnell ans Haare kleben! Wir gingen schließlich zur Methode über, aus den ganzen Haaren Tressen vorzubereiten und klebten diese dann Stück für Stück fest.
Fertig! Zwei Stunden später konnte der Wagen sich dann endlich Richtung Innsbruck begeben und ich bin wirklich schon wahnsinnig gespannt, die Puppen dann live auf der Bühne zu sehen. Ich schau mir das Stück 100%ig an und freu mich schon drauf!

"Die Träne quillt, die Erde hat mich wieder." - Vers 784 / Faust
Es war ein komisches Gefühl, sich nach getaner Arbeit wieder ins Auto zu setzen und nachhause zu fahren. Wissend, dass man nun nicht mehr jeden Tag bastelnd und werkend verbringen wird. Vor allem nicht in dieser Konstellation und für dieses Projekt. Ein Teil von mir ist durchaus froh, sich nun wieder anderen Projekten, Hobbys, Sportarten und sozialen Verpflichtungen widmen zu können. Ein mindestens genauso großer Teil ist aber auch einwenig traurig und verspürt eine gewisse Wehmut. Irgendwie steckt man - vor allem als kleiner Perfektionist - dann doch immer eine menge Herzblut in so ein Projekt.

Zusammengefasst kann ich sagen: Mir hat sowohl das Projekt selbst, aber vor allem die Zusammenarbeit wahnsinnig viel Spaß gemacht. Trotz mancher stressiger Phasen hab ich die Zeit sehr genossen, sehr viel gelernt und konnte viel für mich selbst mitnehmen. Vor allem gibt es nicht so viele Menschen, von denen ich sehr gerne lerne und mich auch gerne belehren lasse. Ich werd die Zeit ganz sicher einwenig vermissen... Aber: ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden und wie schon gesagt, sehr gespannt auf die Vorstellung.

Noch ein kurzes Resümee:
  • Arbeitszeit 9. März - 12. April 2015
  • ein gutes Monat
  • 20 Basteltage
  • durchschnittlich 6,5 Stunden pro Tag
  • insgesamt ca. 130 Arbeitsstunden
  • Puppenhöhe mit Spieler ca. 4 m
  • Hände ca. 80 cm Länge
  • Arme ca. 2,40 m Länge
  • Köpfe zw. 75 und 90 cm
  • Halsumfang 165 cm
  • 60 kg Ton
  • MINDESTENS 20 kaputte Pinsel (ich hab nicht gezählt XD)
  • und Tonnen an Pattex ;-) (ungefähr :-P)





 Und somit wurde die Montur wieder an den Nagel gehängt :-)
Abschließend möchte ich noch zusammenfassend sagen:

Doch – alles, was dazu mich trieb, Gott! War so gut! Ach, war so lieb! - Gretchen, am Brunnen


Montag, 13. April 2015

FAUST - Teil 3 - Köpfe modellieren

"Nur rastlos betätigt sich der Mann." - Vers 1759 / Faust


Nachdem wir inzwischen rastlos ununterbrochen dahin werkelten, kam ich gar nicht zum Weiterbloggen. Daher hier nun endlich das Update:

In der Zwischenzeit haben wir bei Afro-hair in rauen Mengen wunderschöne blonde, 2m lange Zöpfe/Haarteile für unsere schöne Margarethe bestellt. Das Aufkleben der Haare wird aber wohl das letzte sein, was schließlich zu tun sein wird.

Die rohen Köpfe aus Schaumstoffmatten wurden dann mit Bauschaum geschäumt, um dem ganzen eine schöne Struktur zu verleihen und an manchen Stellen noch die passenden Knochen herauszuarbeiten.

 Nachdem das ganze endlich trocken war – und Bauschaum trocknet Gottseidank recht schnell - was uns ungeduldigen Pack sehr zugute kommt  ;-) – ging es ans bemalen. Der Kopf wurde weiß/beige/grau bemalt und die passenden Schatten gesetzt.
Die Zähne wurden nochmal kurz abgenommen, damit wir das Zahnfleisch schön rot bemalen konnten, und anschließend wieder mit Pattex dran geklebt. 
Nach langen Suchen wurden auch die passenden Augen gefunden: einfache Schaumstoff-Bälle, die wir weiß grundierten.


"Wie alles sich zum Ganzen webt, // Eins in dem andern wirkt und lebt!" - Vers 447 f. / Faust

Der nächste Schritt war, unsere wunderschönen Totenköpfe lebendig und menschlich werden zu lassen.

Der Plan war ja immer noch, dass das Gesicht der Puppen wandelbar ist. Also von schön/lieblich - auf grauslich/tod. Das ganze wollten wir mit einer Art "Maske" umsetzen, die sozusagen als Haut über den Schädel gezogen wird und dann im Laufe der Szene runter fällt.

Und dafür wurde viiiiiiel Ton gekauft! Wir wollten den Kopf aus Ton modellieren und ihn schließlich abgießen, um ihn später ausgießen zu können.


Außerdem haben wir uns auch zur Aufgabe gemacht, dass die riesigen Puppen den Darstellern zumindest einwenig ähneln sollten. (Im Hintergrund kann man die Gesichtsvorlagen erkennen)

Dank der Bauschaumstrukur hielt der Ton auch richtig gut auf dem Kopf und kam uns nicht gleich wieder entgegen. Ich mein... immerhin verarbeiteten wir für Faust's Gesicht ca. 35 kg Ton (!)


 "Dass ich erkenne, was die Welt // Im Innersten zusammenhält." - Vers 382 f. / Faust
Nun, die innere Tonmasse musste nun abgeformt werden. Also griffen wir zu einer Menge Gipsbinden, die wir zuvor beim Bösner besorgt hatten. Und es waren eine MEEEENGE Gipsbinden.
Aber das Gematsche und Gegatsche machte Spaß und ging recht gut von der Hand.

Das ganze sollte dann doch eigentlich recht rasch trocknen... Zur Sicherheit ließen wir die ganze Maske aber dann doch ein paar Stunden.... und dann noch über Nacht trocknen... und dann noch ein paar Stunden... und dann noch länger.... bis wir dann leider zu der Erkenntnis kamen:

Das wird nichts! :-( Der Ton war wahrscheinlich einfach zu feucht, sodass der Gips nicht trocknen konnte. Außerdem lief uns schon wieder die Zeit davon... 
Also: RUNTER DAMIT --> MÜLL. 


Stefan reagierte aber wiedermal blitzschnell. Gerade wollte ich mich darauf einstellen, innerlich zu verzweifeln, da hatte er schon die perfekte Lösung parat. (Dazu später mehr) Zu unserem Glück löste sich der feuchte Gips recht leicht von der Tonform und somit konnte wenigstens die Tonform gerettet werden.


Nun spring ich kurz - nachdem wir die männliche Maske abgeformt hatten, fehlte natürlich noch Margarethe's hübsches, liebliches Gesicht. Und obwohl wir anfangs unsere Zweifel am Modellieren von Frauengesichter hatten, ging es sehr gut von der Hand. Und Dank Stefan bekam sie dann doch noch die perfekte Namensform und einen zuckersüßen Schmollmund. Für ihren Kopf benötigten wir "nur" in etwa 25 kg Ton.





Zurück zur Lösung:
Die Lösung waren Harz & Glasfasermatten, die er einfach so aus seiner Werkstatt hervor zauberte. Tada! (Und somit konnte sich die anschleichende Verzweiflung gar nicht erst breit machen und es wurde fröhlich weiter gearbeitet.)
Wir kaschierten also unsere Masken gründlich mit mehreren Schichten Epoxidharz und entschieden uns dafür, die Maske gleich schön abzuformen und so wie sie ist, zu verwenden, da sie doch recht stabil ist und vor allem leicht!

Der ganze Ton musste dann auch wieder runter. Gottseidank gibt's in der Werkstatt eine Dusche, was die Sache dann doch einfacher machte.
Bei ihrem Kopf waren wir auch von Anfang an gescheiter und schmierten ihren Tonkopf mit Vaseline ein. Dadurch löste sich die Maske viel leichter und auch das Saubermachen war leichter. Nur musste die Maske und der Kopf anschließend GRÜNDLICH entfettet werden.

"Gebraucht der Zeit, sie geht so schnell von hinnen, // Doch Ordnung lehrt Euch Zeit gewinnen." - Vers 1908 f. / Mephistopheles


Dann kamen wir wieder zu einem schöneren Teil: Dem Bemalen. Zuerst war sein Kopf dran, also ran an die Pinsel, fertig los :-) 





Das Bild mag ich persönlich ja besonders gerne :-)

Und zu diesem kann ich nur sagen:
 "Das Alter macht nicht kindisch, wie man spricht, // Es findet uns nur noch als wahre Kinder." - Vers 212 f. / Lustige Person

Bevor es ans Bemalen ihrer Maske/ihres Gesichtes ging, waren die Augen an der Reihe und ich durfte mich an den Äuglein austoben ^_^, was mich sehr freute. 

Ich glaube ja, dass ein gemeinsames Bemalen nicht wirklich gerade das Einfachste ist, da ein jeder eine andere Vorstellung davon hat, was denn nun passt oder schön ist. Meiner Meinung nach zeigt das von einer großen Portion Vertrauen in den jeweils anderen (und dessen Talent), um ruhigen Gewissens zu sich selbst sagen zu können "ich lass ihn/sie mal malen, er/sie macht das schon". Aber umgekehrt, sich dann auch gerne ausbessern zu lassen, wenn's einmal doch nicht ganz so klappen will, wie man sich das vorgestellt hat.... und am Ende dann mit guten Gewissen davor stehen zu können und sich dann zu denken.... WOW! Genial!

Was ich mit dem ganzen Geschwafel eigentlich sagen will: Ich fand die Zusammenarbeit wirklich großartig. :-)

“Was glänzt, ist für den Augenblick geboren; // Das Echte bleibt der Nachwelt unverloren." - Vers 73 f. / Dichter

Zurück zum Thema: Die Augen wurden bemalt und dann mit klarem Lack eingestrichen, um ihnen einen schönen Glanz zu verleihen.
Und anschließend wurde auch endlich Margarethe's hübsches Gesicht bemalt.

 Somit darf ich verkünden - Die Köpfe sind endlich fertig!

"Ich höre schon des Dorfs Getümmel, // Hier ist des Volkes wahrer Himmel, // Zufrieden jauchzet groß und klein, // Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!" - Vor dem Tor

 Die Köpfe sind fertig, die Masken sind fertig, er hat Haare bekommen, irgendwo mittendrin haben wir auch die Ohren gemacht, die Hände sind fertig, die Arme sind fertig.... Tja... jetzt fehlt noch etwas ganz Wichtiges... die Trage-Konstruktion und die Spielmechanik....

Wird das alles so funktionieren wie wir es uns erhoffen? Und... werden wir rechtzeitig fertig? Wir hoffen!